Schritte zur geistlichen Reife Teil 22

Schritte zur geistlichen Reife Teil 22

Schritte zur geistlichen Reife Teil 22: Meine Bestimmung leben

Ich freue mich über dein Wort, wie einer, der fette Beute macht

Psalm 119, Vers 162

Lies Psalm 119, Verse 169 – 176

Nun kommen wir zum letzten Abschnitt dieses Psalms. Kein Wort verschwendet der Sohn mehr über seine Feinde, obwohl seine Bedrängnisse offensichtlich nicht aufgehört haben. Sein ganzes Augenmerk ist darauf gerichtet, wie er zu seinem Vater steht. Dabei bewegen ihn drei Bereiche, an denen er das festmacht:

  1. „Wenn ich zu dir schreie, Gott, mein Flehen vor dir ausdrücke, dann möchte ich, dass es bei dir ankommt – nahe an dein Herz! Und dazu brauche ich, dass du mir Einsicht verleihst, dein Wort für meine Situation richtig zu verstehen. Ich muss begreifen, was du mir zusagst, damit ich mich darauf stellen kann. Gib mir solche Einsicht!“
  2. „Egal, wie es mir geht, dein Lob soll aus meinem Mund hervorströmen. Du lehrst mich deine Ordnungen. Das ist wunderbar, dass ich so zu dir stehen darf. Ich will dich loben. Ich will dein kostbares Wort in Liedern ausdrücken. Ich will dir Lobpreis bringen. Denn du hast es verdient um deiner selbst willen. Alle deine Gebote sind ein Ausdruck deines Wesens, sie zeigen deine Gerechtigkeit.“
  3. „Ich erwarte deine Hilfe! Ich sehne mich danach. Sie wird kommen, denn ich habe deine Vorschriften erwählt. Und dein Gesetz ist für mich Lust und Freude. Deshalb nehme ich für mich in Anspruch: Meine Seele soll leben und dich loben! Und alles, was du bestimmt hast, soll mir dazu helfen.“

Und nun fasst er noch einmal zusammen: Ich bin umhergeirrt wie ein verloren gegangenes Schaf. Aber ich bin dein Knecht, ich habe deine Gebote nicht vergessen. Darum such mich, denn ich gehöre zu dir! Dieser Sohn hat wirklich eine große Beute gemacht. Er ist durch Tiefen und Verfolgung gestärkt hervorgegangen. Seine Beziehung zu seinem Vater ist sehr viel klarer geworden. Während er zu Beginn sagte: „O, dass doch meine Wege beständig wären“ (V. 5), kann er jetzt sagen: „Deine Vorschriften und deine Zeugnisse habe ich befolgt, denn alle meine Wege sind vor dir“ (V. 168), oder: „Lass mich nicht abirren von deinen Geboten“ (V. 10) und jetzt: „Ich habe deine Gebote nicht vergessen“ (V. 176), oder: „Meine Seele zermürbt sich vor Verlangen nach deinen Bestimmungen“ (V. 20) und jetzt: „Meine Seele soll leben und dich loben! Deine Bestimmungen sollen mir helfen“ (V. 175). Ebenso: „Am Staub klebt meine Seele“ (V. 25) und jetzt: „Meine Seele hat deine Zeugnisse befolgt und ich liebe sie sehr“ (V. 167), oder: „Ich halte an deinen Zeugnisswen fest, lass mich nicht beschämt werden“ (V. 31) und jetzt: „Großen Frieden haben die, die dein Gesetz lieben. Sie trifft kein Straucheln“ (V. 165), oder: „Wende ab meine Schande, die ich fürchte“ (V. 39) und jetzt: „Ich habe auf dein Heil gewartet, Herr. Und deine Gebote habe ich erfüllt“ (V. 166) und so weiter.

Was er gewonnen hat

Er ist durch sein ganz alltägliches Leben hindurch zu wertvollen Erfahrungen und Einsichten gekommen und hat Reife erlangt. Er weiß, was seine Bestimmung ist. Er hat Vertrauen und Mut gewonnen. Und er ist unauslöschlich mit seinem Vater verbunden. Er weiß, dass sein Wort Kraft hat und durchträgt. Lasst uns für unser eigenes Leben Mut gewinnen. All die Widrigkeiten, in denen du vielleicht gerade steckst, haben die Chance in sich, ein Schritt zu geistlichem Wachstum zu sein.

Und das gilt auch für deine Gemeinde, für die Hauskreise, Dienstgruppen und so weiter.

Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchung geratet, indem ihr erkennt, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk  haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.

Jakobus 1,2–4

Manchmal hilft es, wenn wir dafür beten, dass wir uns in einer Krise bewähren und nicht nur dafür, dass die Schwierigkeiten möglichst schnell gelöst werden.

Schritte zur geistlichen Reife Teil 21

Schritte zur geistlichen Reife Teil 21

Schritte zur geistlichen Reife Teil 21: Den Frieden erlangen, den Gott dem gewährt, der nicht Menschen fürchtet, sondern ihm mit Ehrfurcht begegnet

Ich freue mich über dein Wort, wie einer, der fette Beute macht.

Psalm 119,  Vers 162

Lies Psalm 119, Verse 161 – 168

Nur mit einem kurzen Wort stellt der Sohn noch einmal fest: „Oberste haben mich verfolgt! Und ich habe ihnen keinen Anlass dafür gegeben. Beängstigend ist das, aber vor dir und vor deinem Wort hat mein Herz gebebt!“

Wenn wir den langen Weg noch einmal zurückverfolgen, den der Sohn bis hierhin gegangen ist, dann sehen wir:

Ihm ist zwar äußerst Bedrängendes geschehen, aber gefürchtet hat er sich davor, wohlmöglich nicht so zu leben, wie der Vater es wünscht. In Bezug auf diese Furcht hat er zunehmend mehr Sicherheit gewonnen. Das Wort des Vaters, sein Gesetz, seine Wege – all das hat sich als tragfähig erwiesen. Sein Wort löst in dem Sohn Ehrfurcht aus, zutiefst ist sein Herz berührt. Weil er sich darauf einließ, dem Wort des Vaters Raum zu geben, hat er Freude erlebt, wie einer, der eine große Beute macht. Vieles wird ihm klar, zum Beispiel, was Lügen sind, und dass im Gesetz des Vaters lauter Wahrheit zu finden ist. Denn das Herz des Vaters wird darin wieder gespiegelt. Der Sohn liebt ihn mehr und mehr. Wie wunderbar und weise der Vater ihm doch durch sein Gesetz Hilfestellung gibt!

Dem Sohn genügt es nicht, morgens ein bisschen Stille Zeit zu haben und am Abend noch einmal kurz zu beten. Siebenmal am Tag macht er sich auf und lobt seinen Vater für die Bestimmungen seiner Gerechtigkeit.

Siebenmal am Tag

Lass uns einen Augenblick innehalten und uns das vorstellen! Siebenmal, das ist etwa alle 2 Stunden, den ganzen Tag über. Was macht es mit dem Sohn, wenn er sich so oft und so zielgerichtet dafür Zeit nimmt?

  • Er entwickelt ein konkretes Bewusstsein dafür, was die Bestimmungen des Vaters sind. Vielleicht spricht er zu diesen Zeiten Worte aus der Bibel aus.
  • Er kultiviert eine Haltung der Dankbarkeit.
  • Er stärkt seine Beziehung zum Vater dadurch, dass er Lob und Anerkennung ausspricht: „Vater, du machst das gut! Es ist weise, was du dir ausgedacht hast! (Vielleicht wird er dann sehr konkret und sagt ihm, was besonders ihm gerade heute auffällt!) Ich bin so stolz, weil du mein Vater bist! Ich liebe deine Art! Ich liebe dich!“

Und der Vater sieht seinen Sohn und füllt ihn mit großem Frieden. „Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben!“

Der Sohn merkt deutlich: Ich bin nicht gestrauchelt. Ich habe es durchgehalten, auf dein Heil gewartet. Ich konnte deine Gebote erfüllen.

Meine Seele (mit allem Wollen, Fühlen und Denken) hat sich nach deinen Zeugnissen ausrichten können.

Ich habe die Geschichten von deinen Zeugnissen sehr lieb gewonnen. Deine Vorschriften habe ich befolgt. Ich weiß, dass alle meine Wege vor dir sind.

Dies ist kein vaterloser Sohn, den nur ständig der Anspruch drückt, dass es so sein müsste. Dies ist ein Sohn, der all dies Gute in der Beziehung zum Vater erlebt.

Was berührt es in dir, wenn du diesen Sohn und diesen Vater vor dir siehst? Was siehst du, wenn du dabei unsere Gemeinde, deinen Hauskreis oder einzelne Menschen vor Augen hast? Lass dieses Wort dir helfen, dein Gebet zum Vater zu bringen!

„Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, an denen, die auf seine Gnade harren.“ Psalm 147,11

Dem Vater ehrfurchtsvoll Freude machen in unserem Alltag und in allen großen und kleinen Dingen auf sein gnadenvolles Eingreifen zu warten, das ist eigentlich schon Programm genug für uns. Gute, segenbringende Folgen bleiben dabei nicht aus.

Schritte zur geistlichen Reife Teil 20

Schritte zur geistlichen Reife Teil 20

Schritte zur geistlichen Reife Teil 20: Sich neu beleben lassen mit dem Wort des Vaters in der Hand.

Ich freue mich über dein Wort, wie einer, der fette Beute macht. Psalm 119,  Vers 162

Lies: Psalm 119, 153 bis 160

Alles, was der Sohn „verbrochen“ hat, ist, treu und anhaltend, unbeirrbar am Gesetz des Vaters festzuhalten. Dennoch ist er in einen Rechtsstreit verwickelt, bei dem er keine Gerechtigkeit zu erwarten hat. Jesus sagte: “Der Jünger ist nicht höher als sein Meister!“ So ist es nicht verwunderlich, wenn der Sohn in Schwierigkeiten gerät, weil er sich an die Bestimmungen des Vaters hält.

Dreimal fleht er hier den Vater an, ihn zu beleben. Dabei hat er sozusagen das Wort des Vaters in der Hand:

  • Belebe mich nach deiner Zusage! Was hast du in diesem Wort versprochen, was gerade jetzt gilt?
  • Belebe mich nach deinen Bestimmungen! – Was hast du in deinem Wort angeordnet, was mir Wegweisung geben kann?
  • Nach deiner Gnade belebe mich! – Lass mich sehen, was deine Gnade in meiner Situation bedeutet.

Mitten in seinem Elend flieht er zu dem Ort der Gnade in das Wort und das Herz des Vaters hinein. Es gibt schon so viele Erbarmungen des Vaters. Das tröstet ihn, und er weiß, dass der Vater seine Liebe zu seinem Wort sieht.

Worte des Vaters

Was ist das aber auch für ein besonderes Wort! Die Summe der Worte des Vaters ergibt nur Wahrheit – ohne einen Fehler.

Jedes Urteil, das in Gottes Gerechtigkeit ausgesprochen wird, hat Ewigkeitswert.  (Vers 160) Der Sohn hat seinen zahlreichen Verfolgern und Bedrängern etwas Kraftvolles entgegenzusetzen. Was mag er vor Augen haben, wenn er beschreibt: „Die Treulosen habe ich gesehen und es ekelte mich an, weil sie dein Wort nicht bewahrten.“ Obwohl seine Seele übermäßig beschwert ist von all dem Widerwärtigen und Bedrängenden, was er erlebt, geht er nicht unter. Er streckt sich danach aus, dass der Vater ihn immer wieder neu belebt.

Und wir? – Lasst uns nicht erschrecken, wenn immer wieder neue Bedrängungen uns belasten oder gar zerstören wollen. Lasst uns nicht befremdet zurückfahren, wenn wir sehen, dass so etwas einem unserer Brüder oder Schwestern geschieht. Lasst uns mit der Bibel in der Hand beten: Belebe uns neu innerhalb von all dem, was du zugesagt hast. Lass deine Bestimmungen uns Wegweiser und Schutz sein.

Lass uns deine Gnade konkret und neu erfahren.

Bete dafür, dass wir zu einer Gemeinde von Mutmachern und Betern werden, wo einer den anderen stärkt.

Bete, dass wir unter uns eine Kultur der Gnade entwickeln, wo es leicht fällt, ehrlich Schwächen und Bedrängnisse zuzugeben.

Bete, dass wir lernen, aufeinander zu achten.

Bete, dass wir dafür bekannt werden, dass wir Jesus alles zutrauen und unser ganzes Vertrauen auf ihn setzen.

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis.

2. Kor. 1, 3+4a

Manchmal kann Gott unsere Not nicht sofort von uns abwenden. Aber gerade dann lässt er uns nicht allein. Er will uns trösten, so wie nur er trösten kann. In solchen Zeiten zeigt er uns mehr als sonst, was für ein Herz er hat.

Schritte zur geistlichen Reife Teil 19

Schritte zur geistlichen Reife Teil 19

Schritte zur geistlichen Reife Teil 19: Meinen Teil treu tun, im Vertrauen, dass Gott auch Seinen erfüllen wird.

Ich freue mich über dein Wort, wie einer, der fette Beute macht.

Psalm 119,  Vers 162

Lies Psalm 119, Verse 145 bis 152

Der Sohn hat alles getan, was er tun konnte. Und mit größtem Eifer. Vor allem geht es dabei um Gebet und um Fragen der Ethik. Schauen wir einmal hin:

  • Wenn er zu Gott ruft, ist er mit seinem ganzen Herzen dabei, das heißt, dass er erwartet, dass der Vater ihn erhört und dass er sich absolut an das hält, was sein Vater angeordnet hat. Zu Gott rufen beeinflusst seinen ganzen Lebensstil.
  • Er steht morgens schon sehr früh auf, um den Vater um Hilfe anzurufen. Dabei trägt ihn die Hoffnung, dass der Vater ihn vielleicht gerade da mit seinem Wort erreicht.
  • Auch nachts denkt er über die Worte des Vaters nach. Warum tut er das alles? Warum handelt er so extrem? – Weil seine ganze Situation extrem ist.

Seit langer Zeit sieht er sich arglistigen Verfolgungen ausgesetzt. Wie leicht könnte er irre werden an seinem Vater. Und dann  betet er so ausdauernd, doch die Situation scheint sich mehr und mehr zu verschlimmern, rückt ihm bedrängend immer näher. Aber im Gebet sieht er die Realitäten, die er sonst vielleicht nicht bemerken würde: „Nahe sind gekommen, die mich arglistig verfolgen, aber du, Gott, du bist ja auch ganz nahe bei mir. Deine Gnade ist über mir. Aus deiner Gnade heraus wirst du meine Stimme hören. Deine Gebote, Vater, sind Wahrheit, gegründet auf ewig.“ Und wenn die Feinde des Vaters sich von diesen Geboten auch immer mehr entfernen, so wird das doch nichts daran ändern. Wie sehr die ganze Situation ihn bedrückt hat, können wir nur ahnen.

Was können wir für uns daraus lernen?

Auch in extremsten Lebenssituationen haben wir eine Wahl. Auch wenn wir gebetet haben und anscheinend passiert nichts, steht uns noch immer ein Weg offen: Wir können immer und immer wieder zu Gott rufen, soweit uns das in unserem Alltag möglich ist. Am meisten werden wir vielleicht spät abends oder früh morgens Gelegenheit dazu haben.

Dieses andauernde Zu-Gott-Rufen hilft uns,

  • beim Vater zu bleiben
  • das, was er gesagt hat, aufzunehmen und zu behalten
  • tieferen Einblick zu bekommen
  • Durchhaltekraft zu empfangen
  • die Situation realistischer und von der Sicht des Vaters aus einzuschätzen
  • zuversichtlich und vertrauend in der Liebe des Vaters zu ruhen und auf sein Eingreifen zu warten

Lasst uns um einen Geist der Ermutigung und Ermunterung beten, durch den wir einander wohl tun können. Gott erhört Gebete. Aber er tut es nicht immer sofort. Er hat sicherlich Gründe dafür. Aber unser Blickwinkel ist begrenzt, wir verstehen Gott oft nicht. Der Vater braucht unser Vertrauen. Und wir brauchen nahen und häufigen Umgang mit ihm, sonst geht uns das Vertrauen mitten im Gefecht verloren.

Was wir auch nötig haben, ist eine kompromisslose Haltung gegenüber den Bestimmungen des Vaters. Solche Haltung kann ein machtvoller Schutz für uns sein. Bete um viel Weisheit für alle Verantwortlichen in unserer Gemeinde, diese Bestimmungen in unserer heutigen Zeit richtig zu verstehen. Bete, dass ein gutes Konzept für biblische Ethik in unserer Gemeinde entwickelt wird.

Lasst uns füreinander beten, dass wir in den manchmal verwirrenden Auseinandersetzungen mit unserer heutigen Zeit den guten, geraden Weg finden, auf dem wir dem Vater Freude machen und von ihm gesegnet werden können.

Beharrlich habe ich auf den Herrn geharrt, und er hat sich zu mir geneigt und mein Schreien erhört. Psalm 40, 2

Wenn Gott unser Gebet scheinbar nicht erhört, dann bleibt uns immer noch der Weg, ihm beharrlich die Sache weiter vorzutragen. Dies ist ein Schritt, mit dem wir ihm unser Vertrauen geben können.

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