Schritte zur geistlichen Reife Teil 4: Sich auseinander setzen mit Minderwertigkeitsgefühlen und Versagensängsten

Ich freue mich über dein Wort, wie einer, der fette Beute macht. Psalm 119, Vers 162

Lies Psalm 119, Verse 25 bis 32

Ein junger Mensch wird hier beschrieben, an dem man wirklich Freude haben kann. „Den Weg der Treue hat er erwählt.“ Von Herzen gern orientiert er sich an seinem Vater. Er ist belehrbar, lässt sich korrigieren, sehnt sich nach Führung, möchte Verständnis und Reife gewinnen, hat einen gesunden Abscheu vor allen falschen, lügnerischen Wegen. Er beschäftigt sich mit dem Guten und hält es für ein Vorrecht, Gottes Gesetz zu hören (Vers 29).

Wie kommt es dazu, dass er dennoch nachts vor Kummer nicht schlafen kann? Wieso fühlt er sich so tot, so voll Sehnsucht danach, belehrt zu werden (Vers 1)? Warum steckt die Angst in ihm drin, zu versagen und dann beschämt dazustehen (Vers 31)?

Offensichtlich empfindet er eine Diskrepanz zwischen dem, was er nach dem nahen Umgang mit seinem wunderbaren Vater „sein“ sollte und dem, was er bei sich sieht – oder vielleicht noch mehr in dem, was er bei sich befürchtet. Was ist das nun?

Wie lässt sich das bewerten?

Handelt es sich hier um eine gesunde Selbsteinschätzung: Mein Vater – Gott – ist zwar toll, aber mit mir ist nicht viel los, und es ist gut, wenn ich mir dessen bewusst bin!

Oder steckt da ein Fehler in diesem Gedankengang?

Was ist die Wurzel dieser Minderwertigkeitsgefühle und Versagensängste?

Irgendwie ist dieser Mensch zu einem Fazit nach all seinen zermürbenden Gedanken gekommen (Vers 32). Am Ende hat er die Zuversicht gewonnen: Den Weg deiner Gebote werde ich laufen! –  Nicht vielleicht, nein, ich werde es ganz bestimmt schaffen! Wie ist es dahin gekommen, dass er das auf einmal fassen kann?

„Weil du mir das Herz weit machst“, darum weiß ich jetzt, dass alles gut wird – so etwa sagt er zu seinem Vater.

Angst vor Beschämung und Versagen

Wir stoßen hier auf etwas, das viele von uns kennen. In der Auseinandersetzung mit uns selbst, unserem Leben und unserer Umwelt, kommt die Angst in uns hoch, zu versagen und schließlich beschämt und verachtenswert dazustehen. Mit sich selbst allein gelassen, können wir vielleicht kaum zu einem anderen Ergebnis kommen.

Wir sind so beschaffen, dass wir die Beziehung mit dem Vater brauchen, um leben zu können. Hier liegt der Schlüssel! Nah bei dem Vater wird unser Herz weit. Dann ist es ganz klar: Natürlich werde ich das tun, was er möchte. Natürlich werde ich das Leben packen. In der Verbindung mit dem Vater sind unsere Ängste besiegt und verlieren die Macht über uns.

Und nun du

Bete zuerst für dich selbst. Dort, wo du mit solchen Gefühlen der Minderwertigkeit und mit Versagensängsten zu tun hast, gibt es nur ein Heilmittel: Geh hin zum Vater, lass dich von ihm lieben und dein Herz füllen, so dass es ganz weit wird.

Bete weiter für Menschen in deiner Gemeinde, bei denen du siehst, dass sie in solchen Prozessen stecken. Bete, dass sich dort ein mutmachender Geist breitmacht: Geh zum Vater und beschäftige dich nicht übermäßig mit deinem Versagen. Lass dich von seiner Liebe füllen, so dass dein Herz weit wird.

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