Schritte zur geistlichen Reife Teil 17: Das mitempfinden, was den Vater traurig macht

Ich freue mich über dein Wort, wie einer, der fette Beute macht.

Psalm 119,  Vers 162

Lies Psalm 119, Verse 129 bis 136

Zunächst lesen wir von etwas weiterem, das in dem Sohn in dieser schweren Erprobungszeit gewachsen ist: Er hat eine tiefe innere Schau von der Herrlichkeit des Wortes des Vaters bekommen. Die Zeugnisse des Vaters empfindet er als „wunderbar“, dass seine Seele davon zutiefst beeindruckt sie bewahrt wie den kostbarsten Schatz. Staunend beobachtet er: Wem die Worte des Vaters „sich eröffnen“, der wird einsichtig, auch wenn er noch so einfältig  sein mag, er gewinnt Einsicht in die tiefen Zusammenhänge des Reiches Gottes. Was ihn betrifft, er lechzt nach diesen Worten. Ja, er lechzt sogar nach den Geboten des Vaters. Offensichtlich empfindet er sie nicht als einengend, sondern vielmehr als ungeheuer befreiend. Er macht seinen Mund weit auf und trinkt die Weisheit des Vaters wie ein Verdurstender.

Warum kann er so etwas einfach so tun? Er liebt den Namen Gottes, und deshalb hat er ein Anrecht auf seine Gnade. Das weiß er, und das ist auch der tragende Grund seiner Existenz.

Festigkeit für seine Schritte

So – in dieser nahen Beziehung, geleitet durch das Wort des Vaters, so erwartet er Festigkeit für die Schritte, die er geht. „Gib keinem Unrecht Raum über mich!“ Das erbittet er vom Vater.

Er ist so tief von der Macht des Vaters überzeugt und weiß so genau, dass er sich selbst nicht schützen kann, sondern sich nur dem Vater  öffnen kann, dass er gar nicht erst Angst bekommt, zu sündigen oder in die Irre zu gehen. Das war nicht immer so (siehe Verse 31, 39, 43, 67).

Diese Überzeugung ist in ihm gewachsen. Wohl wartet er weiterhin auf das Eingreifen des Vaters. „Erlöse mich von der Bedrückung durch Menschen!“, aber er weiß jetzt, dass es auch bei den schlimmsten Verfolgungen  möglich ist, dass das Angesicht des Vaters über ihm leuchtet.

Und dann  beschreibt er, wie er sehr weinen muss: „Wasserbäche fließen herab aus meinen Augen!“ Aber er weint erstaunlicherweise nicht um sich selbst, nicht wegen seiner eigenen schweren und nun schon so lange andauernden Bedrückung. Er weint über das, was dem Vater angetan wird, was ihn traurig macht: „Vater, man hält dein Gesetz nicht!“ Das, was du gesagt und geboten hast, darum kümmert sich keiner. Das tut mir so sehr weh!

Anteil am Herzen des Vaters

Wir sehen, dieser Sohn hat Anteil am Herzen des Vaters. Er sieht das, was ihn schmerzen muss. Und das bekümmert ihn mehr als sein eigenes Befinden.

Man kann erahnen, dass solch ein Mensch ein kraftvolles Zeugnis in einer dekadenten, von Gott abgewandten Welt ist, ein Stein des Anstosses, an dem man nicht vorbeikommt.

Und wir? Vielleicht hilft es, wenn wir in schwierigen Situationen in diesem Sinne beten: Vater, was empfindest du, wenn du das hier siehst? Was hast du gesagt, und es wurde nicht gehört? – Vater, ich will es hören! Ich liebe deinen Namen. Ich nehme es in Anspruch, dass ich deshalb damit rechnen darf, dass du dich mir zuwendest und mir immer wieder neu deine Gnade schenkst. Vater, ich möchte an deiner Seite stehen und das mit dir teilen, was dein Herz bewegt, wenn du diese Welt siehst. Ich möchte Anteil nehmen an deinem Schmerz. Ich möchte verstehen, wie ich beten kann.

Lass dein Angesicht leuchten über mir.

Bete darum, dass in unserer Gemeinde solche Reifeprozesse mit Weisheit begleitet werden. Vielleicht siehst du einzelne, für die du besonders beten willst.

Dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, 1. Johannes 5, 14. Fürbitte heißt, ganz genau hinschauen: Was will der Vater? Was will Jesus? Und ihn dann bitten: „Dein Wille geschehe.“

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